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Wirtschaftsgymnasium

Abi 20:15: die Besten gehen zur Primetime

Ihr Motto ist: die besten gehen zur Prime Time. Ich habe dies zum Anlass genommen, mal ein bisschen in der Fernsehzeitschrift zu blättern. Schauen wir doch mal, was zur Prime Time um 20:15 Uhr im Fernsehen alles so läuft und zappen wir uns dabei kurz durch Ihre ASS-Zeit.

 

Als Sie an den Start gingen, fiel Die Chefin bedingt durch einen Unfall erstmal aus. Doch das war nicht so schlimm denn auf Sie wartete bereits Eine schreckliche nette Familie und nahm Sie im Einführungscafe in Empfang, zwar ohne Al Bundy, doch dafür mit vielen netten Paten und mit vielen Tipps um Extrem schwer – mein Weg in ein neues Leben bzw. in die Oberstufe zu überstehen. Unter uns: Im Nachhinein stellt sich die Frage, was schwerer zu überstehen ist: die erste Zeit an der ASS oder diese Sendung.

Ja, es ging los! Mit Einführungstag und mit Büchern, mit Wahlfachwechslern und mit BWL, mit Utz, Seyfarth und Schmitt, mit Pauken und Panik, mit Stoffbergen und Stimmungstälern, mit Klassenarbeiten und mit den Spickzetteln der Criminal Minds unter Ihnen. Manche von Ihnen entwickelten  Ehrgeiz und Kräfte wie Teen Wolf, andere schauten wohl lieber Teenie-Mütter im Fernsehen.  

 

Völlig neu im Programm war unser Internationales Profil. Sie haben sich tapfer geschlagen, unsere Pioniere der ersten Staffel, denn ganz bestimmt war es nicht immer Extrem schön. Das fanden aber wohl auch einige Schüler des anderen Profils, denn nach  jeder Klassenarbeit gab es hier Alarm für Cobra 11.

 

Ja, die neuen Anforderungen, das war nicht jedermanns Sache. Selbstständiges Lernen, aktive Mitarbeit, regelmäßiges Erscheinen, Eigenverantwortung und Fleiß, davon wollte manch einer nichts hören. Viel leichter ist es doch, sich wie bei Law and Order gelegentlich als Special Victims Unit zu definieren. Dies galt auch bei den Fehlzeiten. Kopfschmerzen und Unwohlsein waren die Klassiker. Bedauerliche Krankheitsfälle. Gern kam die Bahn zu spät oder nachmittags zu früh oder fiel dank Streik – wie schade – plötzlich ganz aus. Die Tagebücher wurden bunter, die Spannung stieg: Sie erhielten das erste Zeugnis.

Erst kam Obama ein zweites Mal, dann Papst Franziskus und dann kam ich zurück aus Grey´s Anatomy und mit mir schon fast die Tschechen und das Praktikum. Unter Die Kochprofis ging hier niemand, doch nutzen die meisten diese Woche zur Orientierung – und sei es auch in einem Tatoo-Studio!

Orientierung gab es dann auch beim Kursberatungsabend. Sie wählten Ihre Fächer, erfrischten sich nochmal am Breitenauer See, Heino betrat die Rockerbühne, und Sie betraten die Jahrgangsstufe.

 

Ab diesem Moment zählte es. Sie besuchten LuT und den Seminarkurs, planten GFSse und sammelten Punkte. Einige sammelten aber auch Preise! Der Preis ist heiß hieß mal vor langer Zeit eine Primetime-Sendung im Fernsehen. Die Spannung ob man einen Preis gewonnen hatte, stieg nun auch bei unserer 12B. „Heilbronn 2023“ hieß der Wettbewerb, bei dem ein Teil unserer Abiturienten kräftig absahnte und gleich zwei Preise gewann.

 

Sie gingen zu Schunk und auf die Theaterbühne, sie gingen englisch essen und auf die Experimenta, Sie halfen uns gleich drei mal tatkräftig bei der Hausmesse und suchten im Sport ihr Gleichgewicht, sie empfingen Studienberater und Finanzexperten und besuchten in Deutsch und Englisch Theaterstücke. Doch manchmal, da hatten Sie auch Unterricht. Viele gaben richtig Gas und legten enorm los. Nie bekam ich so viele freiwillige Aufsätze, nie gab es so tolle Diskussionen im Unterricht. Es war eine Freude zu beobachten, wie rasant  sich manche weiterentwickelten. Andere diskutierten lieber erst wenn es um die Note ging oder mussten erkennen, dass die Eingangsklasse doch nicht so unwichtig war.

Vor lauter Schreck wurde manchen da schlecht und sie wurden Stammgäste im Emergency Room oder blieben – mit Zunahme der Volljährigkeit – gleich ganz daheim. Die Klassiker Kopf- und Magenschmerzen ließen nach, dafür sprang bei den frischgebackenen PS-Profis das Auto nicht an oder man beschäftigte sich lieber ganz life mit Traumfrau gesucht oder man stand im Stau oder der Chef des Nebenjobs nahm auf die Schulpflicht keine Rücksicht. Ja, was will man da machen.

Da war es doch prima, das einige im September, im Oktober und später im Mai ganz offiziell fehlen durften: Abenteuer Erde war angesagt, einige reisten nach Tschechien, andere nach Indien, andere später nach Finnland. Doch halt! Finnland fiel aus. Mission impossible.


Aber das war zu verschmerzen, denn zu Beginn der 13 hieß es auf dem Weg in die Toskana noch einmal Goodbye Deutschland, wo Sie doch noch zu Kochprofis wurden. Kaum angekommen fieberten Sie gemeinsam beim Endspiel: Deutschland wurde Weltmeister! Unforgettable und ganz sicher Fast´n Loud ging es da bei Ihnen zu! Gott sei Dank kamen Sie alle gesund wieder. Keine Meldung die da hieß Vermisst (wie beim Jahrgang vor Ihnen) und auch kein Tod in Venedig.

 

 

Wieder zu Hause war Schluss mit lustig, der Endspurt zeichnete sich ab. Keine Zeit mehr für Expeditionen ins Tierreich oder andere Visiten, keine Zeit mehr für Fernsehen, für Sing meinen Song  und schon gar nicht für irgendwelche Vorstadtweiber, und für Sex in the city. Während Helene Fischer Deutschland wochenlang atemlos auf Trab hielt, hielt sie der Stoff auf Trab. Die Piloten streikten, die Bahn und die Post, aber Ihre Lehrer nicht. Die wurden nun Die Trödel(ler?)sammler und wiederholten und nervten und drillten Sie.

Mein Kompliment und mein Dankeschön an dieser Stelle an Ein starkes Team!

Wetten dass nicht nur Wetten dass zu Ende ging? Nein, auch das Ende Ihrer Schulzeit kam nun mit großen Schritten. Während die Welt weiter Brennpunkte zur Primetime schaute zum Thema Ebola, Islamischer Stadt,  Flüchtlingskatastrophen, Tugce und Germanwings, Tsipras und Grexit, legte manch einer von Ihnen nun sicherlich eine Nachtschicht ein, spätestens beim Abicrashkurs.

 

Tatort Abitur! Am 18. März ging es los mit Deutsch und endete nach Kommunikationsprüfung, letzten Klassenarbeiten und diversen Abi- und Aufräumparties am 19. Juni mit der letzten mündlichen Prüfung. Sie haben es geschafft! Da kann ich nur sagen: Let´s dance! Sie gehen zur Primetime, und wenn sie mich fragen – auch wenn einige unter Ihnen wahre Minimalisten waren, die eine echte Punktlandung hingelegt haben – wenn wir jetzt sehen was zur Primetime so alles läuft, dann gehen heute tatsächlich die Besten. Und die Allerbesten werden wir jetzt im Anschluss gleich ehren!

Ich wünsche Ihnen allen auch nach der Primetime ein Leben ohne Seifenoper, Drama und Dauerberieselung und für Ihren weiteren Weg beruflich und privat immer die richtige Programmauswahl. Viel Glück dabei!

Alles Gute und Liebe für Sie!

 

Kerstin Horn, Abteilungsleiterin