Nachricht

Infoveranstaltung der Polizei

 

Am 30.06.15 informierte uns, Interessierte der WG12, Herr Schweitzer über die Berufseinstiegsmöglichkeiten bei der Polizei in Deutschland. Nach einem kurzen Einstieg und Tipps für die Bewerbungen gab er uns auch schon in einer spannend erzählten Geschichte einen Einblick in seine 20-jährige Laufbahn bei der Polizei. Im Fall, den er beschrieb, war auf einer Pfadfinderfreizeit ein unverantwortlicher Fahranfänger mit fünf nicht angeschnallten Kindern im VW-Bus gegen einen Hang gefahren. Er hatte zuvor die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und war durch Inspiration aus einem Actionfilm auf diese fragwürdige Bremsmethode gekommen. Das Resultat waren fünf verletzte Jungen, von denen einer im Rettungshubschrauber starb. Obwohl diese Geschichte uns zunächst schockte, ließ Herr Schweitzer die Stimmung nicht kippen, mit kleinen Scherzen leitete er über zu einer Powerpointpräsentation, die uns genauer vor Augen führen sollte, dass die Polizei in verschiedene Zweige aufgeteilt ist, nämlich in die Bundespolizei, die Kriminalpolizei und die Schutzpolizei. Hierbei erwähnte er auch, dass beispielsweise die Autobahnpolizei ganz sicher nichts mit „Cobra 11“ zu tun habe, man würde vielmehr 50 km auf der Autobahn fahren, dann wenden und wieder 50 km zurückfahren – meistens passiere nichts und es gäbe schon gar keine explodierenden Autos. Auch mit anderen Wunschvorstellungen räumte Herr Schweitzer auf: bei 24000 Polizisten in Deutschland führen gerade mal 44 von ihnen Polizeipferde und bei der Hundestaffel würde man keinen süßen Hund erhalten, sondern eine „tollwütige Kampfbestie namens Rüdiger“, die einem nicht zu sehr ans Herz wachsen darf, da die Hunde bei der Polizei eben nur Einsatzmittel sind.

Wir ahnten und lernten außerdem, dass man bei der Polizei auch ganz schön belastbar sein sollte – sowohl physisch als auch psychisch. Und sichtbare Tattoos? Eine Körpergröße unter 1,60 m? Häufige Migräne? Oder sogar eine Zahnspange? All das kann einen die Stelle bei der Polizei vergessen lassen. 

Erfüllt man die strengen Auflagen, kommt es zu einem Aufnahmetest, der gar nicht so leicht ist. Dies weiß Herr Schweitzer uns zu demonstrieren, indem er uns Lückentexte, Diktate und unvollständige Sprichwörter vorgibt – trotz teilweise guter Deutschnoten versagen viele von uns und wir müssen uns eingestehen, dass das alles gar nicht so leicht ist. Herr Schweitzer sorgt allerdings auch mit einer guten Nachricht für erleichtertes Aufatmen in den Reihen: der schwierige Sporttest ist abgeschafft – natürlich sei es trotzdem gut, für die Ausbildung oder das Studium sportlich zu sein.

Die Infoveranstaltung war sehr aufschlussreich, unterhaltsam und hat uns gut gefallen, denn Herr Schweitzer hat uns einen kurzen und ehrlichen Einblick in das Polizistenleben gewährt. Einige Illusionen wurden uns genommen, aber wir haben auch viel gelacht und alles in allem ist bei einigen Schülern der 12. Stufe nun zumindest eine neue, interessante Perspektive in den Köpfen geblieben.

Lena Göltenbodt, WG12A