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„One of the cleanest and most disciplined cities in the world!“

Indische Schüler zu Gast am Wirtschaftsgymnasium der Andreas-Schneider Schule in Heilbronn

Bereits zum 3. Mal fand im Rahmen unserer Indien AG ein Austausch zwischen der Andreas-Schneider-Schule und einer indischen Schule statt. 10 Schülerinnen und Schüler aus unserem Wirtschaftsgymnasium nahmen in der Zeit vom 08.04.2015 bis 21.04.2015 10 Schülerinnen und Schüler aus dem Fergusson-College in Pune auf.

 

Diese Austauschrunde begann bereits im Oktober 2014 mit dem Besuch in Pune. Unter der Leitung von Frau Cathleen Otto hatten sich unsere Schülerinnen und Schüler knapp 1 Jahr auf den „Kulturschock Indien“ vorbereitet und nutzten nun die Chance, ihr Wissen über eines der bevölkerungsreichsten und somit auch vielfältigsten Länder der Welt zu erweitern. Zwei Wochen lang lernten unsere Wirtschaftsgymnasiasten dann vor Ort unter anderem einen Agrarbetrieb kennen, in dem man sich noch auf pure Muskelkraft bei Mensch und Tier verließ, stürzten sich in den indischen Verkehr einer Millionenmetropole und lernten verschiedene Heilpflanzen kennen, die in bekannten Medizinprodukten stecken. Besonders einprägsam war aber die indische Gastfreundschaft und die Chemie, die von Anfang an zwischen den indischen und deutschen Teilnehmern gestimmt hat. „Das war das Beste was ich je gemacht habe!“ (Leon Methsieder).

 

Nun hatten auch ihre indischen Gastgeber im Gegenzug die Möglichkeit, mit Vorurteilen aufzuräumen über die humorlosen, nur Schnitzel essenden, kalten Deutschen. „When I came here, I met the most amazing and sweetest people ever!” (Tanaya Deshpande). Doch zunächst einmal mussten sich unsere lärmerprobten Inder, bei denen sich das Leben und Lachen auf der Straße abspielt, an die „gespenstische Stille“ unserer, aus indischer Sicht furchteinflößend-menschenleeren Ortschaften gewöhnen. „Does anybody live here?“ (Leela Joshi, Begleitlehrerin bei einer Fahrt durch die Ortschaften). Ja, ein Austausch lehrt einen immer wieder auch das eigene Land mit neuer Brille zu sehen.

Neben zahlreichen anderen Aktionen wie dem Besuch des Weingut Heinrich oder kleineren Städtetouren und dem Kennenlernen des komplett anderen Unterrichts in Deutschland, stand dann die Beschäftigung mit der deutschen und indischen Autoindustrie als diesjähriges Projekt im Vordergrund. In Kleingruppen verglichen die Schüler deutsche und indische Marken, beschäftigen sich mit ökologischen Folgen der Autoproduktion in beiden Ländern, mit Infrastruktur, Import- und Exportzahlen und mit technischen Innovationen. Ergänzt wurde dieses theoretische Wissen u.a. durch Besuche des Audiwerkes und des Mercedes Benz Museum in Stuttgart.

„Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“ (Alexander von Humboldt). Wir freuen uns, dass wir wieder einige junge Persönlichkeiten zu diesem Austausch motivieren konnten, der geprägt ist von völlig neuen Eindrücken, von interessanten Gegensätzen, von Anekdoten und bleibenden Erinnerungen und Freundschaften. Wir danken allen Beteiligten für das Engagement.

Kerstin Horn und Christian Müller