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Schulpartnerschaft Finnland

Zum ersten Mal: Schülereindrücke aus Finnland

Am 15.05.2011 machten sich Schülerinnen und Schüler unserer Jahrgangsstufe 1 gemeinsam mit ihrem Fachlehrer Herrn Seyfarth und mir für eine knappe Woche auf den Weg, die Geheimnisse des Pisa-Siegers Finnland zu ergründen. Wir waren zu Gast in Jyväskylä  an der Sepän Lukio – und waren von dieser Schule auf den ersten Blick allesamt schwer beeindruckt.

„Diejenigen, die keinen Unterricht haben, können sich an der Schule weiß Gott beschäftigen. Entweder sie lernen (in einem der zahlreichen Aufenthaltsräume mit Küchen und wohnzimmerähnlichen Einrichtungen) oder sie chatten (Computer und Laptops stehen überall zur Verfügung) oder sie toben sich im Fitnessbereich(!) aus. Sie können sich aber auch in der schulinternen Sauna entspannen, eine kostenlose Mahlzeit zu sich nehmen oder sich in den stets blitzblanken Fluren aufhalten.“ (Christina Harms, 12C)

Spannend war es für uns alle, diesen ganz anderen Schulalltag zu erleben. „Die Schüler wählen ihre (sechswöchigen) Kurse und Stundenpläne selbst aus. Es gibt keine feste Klasse und erst recht keinen Klassenlehrer. Lehrer werden grundsätzlich mit Vornamen angesprochen, was bei uns undenkbar wäre.“ (Christina Harms)

Ebenso undenkbar wäre es bei uns aber auch, dass Lehrer ihre Schüler nicht mit Namen kennen, dass Mitarbeit im Unterricht eher Glückssache und völlig freigestellt ist, dass es keine mündlichen Noten gibt und dass das Handy – auch während Tests – stets im Einsatz ist. Die Vorbereitung auf Prüfungen findet daheim mit (ausschließlich privat angeschafften) Büchern statt. Beeindruckend ist die technische Ausstattung der Klassenzimmer. „In jedem Klassenzimmer gibt es Visualizer, einen Bildschirm, auf dem man schreiben kann, mehrere Beamer, und die alten grünen Tafeln, die wir gewohnt sind, wurden durch Activeboards ausgetauscht.“ (Christina Harms).

Doch die Woche in Jyväskylä bedeutete nicht nur Schule. Trotz des schlechten Wetters erkundeten wir das Land der Wälder und (wunderschönen!) Seen und erlebten finnisches, naturverbundenes Familienleben. Dabei stellten unsere Schüler immer wieder interessante und liebenswerte Besonderheiten und kulturelle Unterschiede fest.

„Eine Besonderheit ist die finnische Sauna. In jedem Haus, in jeder noch so kleinen Wohnung gibt es eine Sauna, die auch regelmäßig benutzt wird. Die meisten von uns haben diese Gelegenheit dann auch gern genutzt und sind mit ihren Austauschpartnern in die Sauna gegangen… Bei den Finnen wird nicht nur Eishockey großschrieben (wir gratulieren nochmals zum Sieg in der Weltmeisterschaft am Tag unserer Ankunft!) sondern auch Individualität. Die Finnen haben eine ruhige, gelassene Mentalität. Sich zu grüßen ist nicht so üblich. Oft wird ihnen (vielleicht deshalb?) nachgesagt, dass sie nicht sehr offen und wenig kontaktfreudig sind. Wir haben aber die gegenteilige Erfahrung gemacht, dass sie gastfreundliche, offene und ehrliche Menschen sind!“ (Katrin Weinreuter, 12B)

Sowohl in der Schule als auch in den Familien wurden wir kulinarisch reichlich verwöhnt. In einem gemeinsamen Projekt wurden u.a. hierzu Unterschiede erarbeitet. „Die Finnen sind weltweit die größten Kaffeetrinker, trinken aber zum Essen sehr gern ein Glas (meist fettreduzierte und laktosefreie) Milch oder ihr wohlschmeckendes, extrem sauberes Leitungswasser.“ (Katrin Weinreuter).

Insgesamt hatten wir eine tolle, interessante Woche und wir bedanken uns herzlich bei dem ganzen netten, sehr teamorientierten finnischen Lehrerteam und insbesondere bei Leena und Pirkko (die uns in diesen wenigen Tagen zu Freundinnen geworden sind (soviel zur berühmten Verschlossenheit der Finnen!)) sowie bei einer Gruppe finnischer Schüler, die diesen Austausch liebevoll vorbereitet und gestaltet haben.

„Nach dieser Zeit würde ich gern wieder einmal nach Finnland reisen und vor allem meine Gastfamilie besuchen. Deshalb freue ich mich sehr auf den Gegenbesuch, wenn die Finnen auch mal unsere Familie und Kultur kennen lernen“ (Karen Schumacher, 12C)

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch bei Herrn Seyfarth für sein großes Engagement – und bei unseren deutschen Schülern für ihren „Pioniergeist“ und die tollen Gespräche und Diskussionen während der Busfahrten und Flüge. Hat mir großen Spaß gemacht mit euch!

Zusammengefasst von Kerstin Horn

Kontaktdaten unserer Partnerschule:

Sepän Lukio (Schulname)

Sepänkatu 3, PL472 (Adresse)

40101 Jyväskylä

http://peda.net/veraja/jkllukiokoulutus/sepanlukio

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