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Wirtschaftsgymnasium

Abi-Anpfiff 2010

Die Zeit an der ASS begann.

Das Achtelfinale:      Klasse 11

Die Mannschaften laufen ein. Die Kapitäne heißen Pohl und Schmitt (später auch Harr), die am Einführungstag und beim Bewerbertraining auf Spielregeln hinweisen. Bekanntlich haben Männer 100g mehr Gehirn in denen einzig die Abseitsregel verankert ist, doch trotzdem begreifen nicht nur unsere männlichen sondern auch unsere weiblichen Spieler sehr schnell was Ball zuspielen und abgeben und gute Teamarbeit bedeutet. Die Fußballer spielten atemberaubend gegen England, unsere Spieler hatten ein Heimspiel mit Tschechien. Die Fußballer entspannten bei Massage, unsere bevorzugten die Laube oder den Breitenauer See oder gewisse Abi- und Grillfeten. Die Fußballer fragten sich, welcher Kurs gegen Argentinien der beste sein wird, und auch bei uns standen Kurswahlen auf dem Programm. Frau Ammon und Herr Schmitt standen hier mit Rat und Tat stets bereit.

Die Fußballer haben ihren Jogi Löw, unsere Spieler hatten viele Trainer, die sie für das Viertelfinale weiterqualifizierten.

 

Das Viertelfinale:      Klasse 12

Klassenteilung. Die Mannschaften formieren sich neu. Maradonna dröhnt in der Bildzeitung: „Für Deutschland ist die WM vorbei!“, doch für unsere Spieler geht es jetzt erst richtig los. Alle Spielelemente werden trainiert. Man rechnet, präsentiert, philosophiert, kalkuliert, kafkat, kohlhaast, coopert und übersetzt bis zum erbrechen. Wahre Stürmertalente kristallisieren sich heraus. Doch andere bangen um ihre Punkte. Mit der Käthchenwahl Tamina gewinnen wir ein Maskottchen. Was soll nun noch schief gehen. Doch die Stimmung wird nervöser. Nicht nur Spieler, auch Trainer erhalten gelegentlich gelbe Karten und geraten in die Defensive. Vielleicht hielten sie sich an die Worte von Felix Magath: „Qualität kommt von quälen“. Foul oder Schwalbe, dies müssen Schiedsrichter immer wieder entscheiden. Gelbe Karten gibt es aber auch für diejenigen Schwalben, die gern mal kopfschmerz- oder bauchschmerzgeplagt ausfliegen oder gar nicht erst aus dem Nest kommen.

Doch ans Ausfliegen denkt man nun im gesamten Team. Die Auszeit zur Halbzeit! Italien oder Kroatien, das war die Frage. Andi Möller sagte mal: „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!“ Unsere Spieler entschieden sich für Kroatien. Doch vorher standen Kurz-Auszeiten wie BASF, Theater und Exkursionen auf dem Programm. Auch das Sondertraining Seminarkurs musste noch überstanden werden. Dann aber hieß es: Abfahrt nach Kroatien (im Superbus mit Superklimaanlage!). So manch ein Spieler hätte im Nachhinein Autokorso vorgezogen.

Während die Nationalelf in Afrika noch bangte und bibberte, erlebten unsere Spieler bei über 30 Grad den Einzug in das Halbfinale.

Das Halbfinale:         Klasse 13

Den Blick auf das Ziel gerichtet ging es in den Endspurt. Die Prüfungsfächer wurden festgelegt. Deutsch oder Englisch, wie soll man sich entscheiden, wenn wochenlang der Deutschunterricht ausfällt? Doch Herr Leithold ritt schließlich auf seinem weißen Schimmel daher und rettete unsere arme 13B vor dem sprachlich-literarischen Untergang.

Oleoleole!!!

Während die Fußballer sich auf Spanien(?) konzentrieren, bereitete sich ein Teil unserer Spieler auf das große Auswärtsspiel Indien vor.  Einer von uns war – für uns alle unvergesslich - bei der Vorstellung dort sehr afraid die Inder kennenzulernen. Was wäre das Leben ohne die charmanten kleinen Versprecher! Im Fußball ist Handspiel verboten, doch in Indien war das essen mit den Händen ausdrücklich erlaubt. Die Fußballer tauschen Trikots, unsere Spieler tauschten zum Abschied Geschenke. Die Fußballer spucken aufs Feld, unsere Spieler säuberten in Indien die Felder und pflanzten Bäume. Wir nahmen sie mit uns, all diese Eindrücke und werden noch oft daran denken.

Kaum heimgekehrt zu Schnitzel und Spätzle, den Jetlag noch nicht ganz überwunden, kam der Studientag und die erste Hausmesse der ASS. Doch schnell hatte uns der Alltag wieder – mit all seinen Klassenarbeiten, Notendiskussionen, Klopfkonzerten im Strafraum fremde Klasse und einem anbrechenden, endlos langen Winter.

Die Tage wurden kürzer und ebenso die Zeit bis zum Finale. An Mathe und BWL kommt keiner vorbei. Doch im Crashkurs wurde feste gebüffelt, sogar nachts noch! Mathe rauf, BWL runter, und das für die Lehrer obendrauf noch und so ganz nebenbei.

Noch einmal Ferien, noch einmal Luft holen. Doch dann ist es soweit:

Das große Finale:     Abitur

Das Endspiel ist erreicht. WM-Stimmung und Adrenalin auf dem Höhepunkt. Auch das Public Viewing war nie größer. Doch die große mitfühlende Anteilnahme des ganzen WGs merkten unsere Spieler kaum. Volle Konzentration auf Sieg. Entrüstung über das Zeitspiel während der Chemie- und Globalprüfung, doch ansonsten schien das Spiel recht fair.  Erschöpfte aber glückliche Gesichter stürmten die Treppe herunter. Und eines davon saß im A121 – und freute sich mit euch.

Danach war die Luft raus, doch es ging noch weiter.

Nachspiel:      Die mündliche Prüfung

Noch ein paar Klassenarbeiten, noch einmal ein Zeugnis, noch einmal die Inder, noch einmal Beratung, noch einmal Spannung: Thema 1, 2, 3 oder 4. So wie die Fußballer nun mit letzter Kraft alles geben, so war auch bei den Themen alles dabei. Von Eleanor Roosevelt bis Insulin, von Ölreserven bis zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Ein letztes mal zittern, dann war alles vorbei. Doch halt, für manche gab es in den schriftlichen Fächern noch ein Elfmeterschießen. Dann aber gab es kein Halten mehr. Vuvuzelas, ASS ade.

Abi-Abpfiff:  Abiball

Wer in der WM den Pokal kriegt, darauf müssen wir noch ein paar Tage warten. Doch Sie, liebe Abiturienten, haben mit Ihrem Zeugnis heute nun endgültig ihr Ziel erreicht. Und auch wenn ich inzwischen zum Fußballfan mutiert bin, so macht mich Ihr Finale doch wesentlich stolzer heute Abend. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in Ihrem weiteren Leben auch immer ins Finale kommen und das Sie immer Menschen um sich haben werden, so wie heute Abend, die sie anfeuern und die sich von Herzen mit Ihnen freuen.

Alles alles Gute für Ihre Zukunft!

Kerstin Horn