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Wirtschaftsgymnasium

Besuch der Kursstufe 1 im Bundesarchiv für NS-Verbrechen in Ludwigsburg

hat die Auseinandersetzung mit dem dritten Reich wieder an Brisanz gewonnen. In Zeiten, in denen Geistliche wieder in den Schoß der Kirche aufgenommen werden, obwohl sie überzeugte Leugner des Holocaust sind, erübrigt sich diese Frage von selbst.

Die Ermittler von Ludwigsburg nehmen eine zentrale Stellung bei der Vorermittlung zur Aufklärung von NS-Verbrechen ein. Sie ermitteln gegen mutmaßliche Verbrecher und leiten Ihre Ergebnisse an die zuständige Staatsanwaltschaft weiter. Das angegliederte Archiv bietet einen fast vollständigen Überblick über die anhängig gewesenen NS-Verfahren. So lange noch die Möglichkeit besteht, flüchtige Straftäter  ermitteln zu können, wird diese Behörde bestehen bleiben.

Schülern bietet das Bundesarchiv die Möglichkeit in Originalakten zu lesen und didaktisch aufbereitete (authentische) Fälle zu untersuchen. So wird z. B. gezeigt, wie es durch die Recherche in NS-Unterlagen möglich war, Straftäter zu überführen.   In einer zweistündigen Gruppenarbeitsphase gewinnen die Schüler einen Einblick in die Ermittlungsarbeit, in die Aufgaben der Zentralstelle Ludwigsburg sowie in erschütternde Zeugenaussagen. Thematisiert wir d aber ebenfalls die schwer zu ertragende Problematik, dass aufgrund unseres heutigen Rechtstaates, manchmal Verbrecher wieder auf freien Fuß gesetzt werden müssen, da ihre körperliche Verfassung eine Verurteilung, bzw. ein Gerichtsverfahren, nicht mehr zulässt.

Eine Führung durch das Archiv selbst bietet Schülern die Gelegenheit den Umgang mit Aktenmaterial, insbesondere im Hinblick auf Katalogisierung und Lagerung.

Im Gegensatz zu Geschichtsbüchern oder Filmen können Originalunterlagen einen ganz neuen Zugang in diese Zeit leisten. Das Anfassen und Lesen von Originaldokumenten lässt die Vergangenheit für kurze Zeit in greifbare Nähe rücken.

 

Christina Schepers