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Wirtschaftsgymnasium

Besuch unserer Austauschschüler aus Brünn/Tschechien (22.4.-27.04.2007)

 

Am 22.4. um ca. 18:00 Uhr kamen unsere tschechischen Freunde am Heilbronner Busbahnhof in einem doch sehr kleinen Bus (in den nur ca. 20 Leute hinein passten) an.

Nach dem ersten Kennenlernen und Beschnuppern ging es nach Hause zu den Gastfamilien.

Wer nun dachte, sein Austauschschüler sei hungrig und einfach nur müde nach einer langen Anreise, der dachte wohl (im Falle meines Austauschschülers Robert) total falsch.

Denn wie es sich für einen Gast gehört, bringt man seiner Gastfamilie ein kleines Geschenk als Zeichen seiner Aufmerksamkeit mit – so auch Robert. Er brachte uns einen mährischen Pflaumenschnaps mit, genannt Slivovice. Dieser musste natürlich gleich gekostet werden und nach zwei weiteren Flaschen vorzüglichem Lauffener Wein, gingen wir beide doch recht spät ins Bett, obwohl wir wussten, dass der nächste Tag relativ anstrengend werden würde.

Unser erster richtiger Austauschtag begann mit einem von uns Deutschen organisierten Frühstück, sowie einer Präsentation der Schule durch den Schulleiter der Andreas-Schneider-Schule - Herrn Dr. Wolf. Danach machten wir uns, mit einem extra angemieteten Bus, auf den Weg nach Möckmühl zum Logistikzentrum des Kauflandes. Nach einer relativ kurzen Präsentation und Vorstellung des Kauflandes, welche die Tschechen leider nur sehr schwer verstehen konnten, bekamen wir eine Führung durch das Logistikzentrum. Dabei wurden wir in zwei Gruppen unterteilt – Deutsche und Tschechen. Dies hatte den Vorteil, dass die tschechische Lehrerin gewisse wichtige Dinge von Deutsch auf Tschechisch übersetzen konnte, da es leider auch hier Verständnisprobleme seitens der Austauschschüler gab. Im Großen und Ganzen war es jedoch eine recht interessante Führung, nicht zuletzt aufgrund des Erlebnisses, einmal durch ein –20 Grad kaltes Kühlhaus gehen zu können. Auf diesem Weg möchte ich mich auch im Namen der anderen für die Führung bei Kaufland herzlich bedanken!

Nach der Führung hatten wir Freizeit. Die meisten hielten sich in Heilbronn auf und zeigten ihren Tschechen die Stadt. Danach trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen im ,,Lo Stadio’’, einem italienischen Restaurant im Heilbronner ,,Food Court’’. Nach ca. zweistündigem gemütlichem Zusammensein gingen viele nach Hause und einige – darunter natürlich auch Robert und Ich – auf einen Absacker in das Lehners. Mit einem Bier bzw. Cocktail ließen wir den Tag fröhlich ausklingen.

Am Dienstag hatten wir einen Berufsschultag, bei dem wir unsere Paten kennenlernen konnten. Leider bekamen wir keinen richtigen Einblick, wie der Berufsschulalltag wirklich aussieht, da wir über 50 Personen waren und sich so ein normaler Unterricht leider nicht hätte realisieren lassen können. Dennoch war es eine nette Erfahrung und die Tschechen wissen nun auch, wer welches Ministeramt in Deutschland inne hat, was wohl auch nicht so schlecht ist. ;-) Um 13 Uhr durften wir gehen und die meisten verbrachten den Nachmittag zu Hause. Abends trafen wir uns gegen 18 Uhr zu einem Kinoabend in der ASS. Wir schauten uns den Film ,,Goodbye Lenin’’ an, der auch gut von allen Zuschauern angenommen wurde. Danach machten wir uns (fast) alle gemeinsam auf den Weg in ,,die Laube’’. Dort feierten wir noch fröhlich und wahrscheinlich auch nicht ganz nüchtern die deutsch-tschechische Freundschaft. Danach gingen alle nach Hause und wohl auch schlafen, da uns am nächsten Tag der erste Praktikumstag erwartete.

Dieser verlief ausgesprochen interessant und begann mit einer Präsentation des Betriebes – in meinem Falle ,,Marbach’’. Unsere Paten führten uns durch die ganze Produktion, was wirklich sehr interessant für uns war, da wir u.a. große Lasermaschinen begutachten konnten und eine Schutzbrille tragen mussten, in der ich – zugegebener Maßen – wirklich bescheuert aussah. ;-) Ich durfte dann noch am Eingang sitzen und unsere Patin beim Begrüßen von Geschäftspartnern und Gästen zu sehen, während die anderen drei – Robert, Anna und Michaela – die Abteilung ,,Zigaretten’’ erleben durften.

Gegen 15 Uhr durften wir gehen, da wir schon um ca. 17 Uhr eine Kulissenführung im Theater Heilbronn hatten. Diese verlief auch sehr interessant und gegen 20 Uhr schauten wir uns das Theaterstück ,,Am weiten Strand des Lebens’’ an – ein Familiendrama, welches den meisten sehr gut gefallen hat, obwohl es mit einer Länge von ungefähr 3 Stunden schon ziemlich lange war, da wir schon alle ziemlich müde waren. Danach gingen alle nach Hause und fielen sicherlich totmüde in ihre Betten.

Am nächsten Tag war wieder ein Praktikumstag angesetzt, der mit der Abteilung ,,Wellblech’’ begann. Dort durften wir einem Azubi bei seiner Ausbildung als Industriekaufmann über die Schultern blicken. Ebenso verlief es bei zwei anderen Azubis, die übrigens alle sehr nett und offen waren und auch wirklich alle Fragen kompetent beantworteten. Nach einer Abschlussrunde mit den Azubis und unseren Paten – so wie dem Erhalten eines Marbachfanpacks – durften wir gehen. An dieser Stelle möchte ich mich und auch im Namen der anderen Drei, sehr für das Praktikum bei Marbach bedanken. Bei allen Azubis und bei unseren zwei Paten – Grazie und Maurice. Wir haben den Betrieb als sehr symphatisch empfunden und nehmen das Praktikum als wichtige und tolle Erfahrung mit.

Nach dem Praktikum hatten wir Freizeit und Robert wurde bei mir zu Hause zum ersten Mal mit einer regionalen Spezialität konfrontiert – den Spätzle. Es sollte nicht der einzigste Kulturschock für ihn bleiben, da ich ihm auch noch das schwäbische Wort ,,Donnerschdag’’ beigebracht hatte. ;-) Jedoch mochte er die Spätzle und ebenso die schwäbische Sprache, so das es wohl doch nicht ein traumatisches Erlebnis für ihn dargestellt haben sollte.

Nach der Freizeit gingen wir gemeinsam – auch mit Frau Horn und Herrn Kaspar – in den Biergarten ,,Hagenbucher’’ um den letzten gemeinsamen Abend zu feiern.

Nach ein oder auch zwei Bier gingen die einen in den Musikpark und die anderen ins Hip-Island, wo wir den letzten Abend feucht-fröhlich ausklingen ließen.

Am nächsten Tag wurden Sachen gepackt und wir fuhren das letzte Mal gemeinsam nach Heilbronn. Dort gab es wieder ein sehr leckeres Frühstück, so wie eine Abschlussrunde, in der jeder sein Feedback abgab. Insgesamt waren alle sehr zufrieden mit dem Austausch, auch wenn es natürlich ein paar Kritikpunkte gab. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen brachten wir dann unsere neugewonnen Freunde zum Bus und verabschiedeten sie. Es kullerten bei manchen einige Tränchen und es war generell ein trauriger Abschied, da man in den letzten Tagen wirklich neue Freundschaften geschlossen hatte. Es hieß also zdarec und auf Wiedersehen und unsere Tschechen tuckerten wieder in ihrem sehr kleinen Bus Richtung Heimat. Jedoch sehen wir uns alle im Oktober wieder, denn dann machen wir Deutsche Brünn unsicher und werden sicher auch den ein oder anderen Kulturschock erleben. Auf jeden Fall freuen wir uns darauf und halten bis dahin weiterhin den Kontakt zu unseren Partnern!

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Beteiligten für diesen Austausch bedanken. Bei Frau Horn, die alles einwandfrei organisierte, bei den Betrieben, die sich herzlich um uns gekümmert haben, bei den Azubis, die sich viel Zeit für uns nahmen, beim Förderkreis der Andreas-Schneider-Schule, der durch zahlreise Zuschüsse für ein gutes Gelingen des Austausches sorgte und bei allen anderen, die sich auf irgendeine Art und Weise bei dem gelungenen Austausch beteiligt haben – Dankeschön!

Robin Klein, WG 11B