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Wirtschaftsgymnasium

Abiturrede zum ersten Abitur (im Juni 2008)

Wenn Pioniere gehen,dann blickt man zurück.Stolz heute, stolz damals, seh´ ich euch immer noch da sitzen,in jeder Klasse 31 Stück.

Die Geers und das Miststück nahmen euch in Empfang.Werden wir euch glücklich ans Ziel führen? fragten wir uns öfters mal bang.

Die Jungs einen Kopf kleiner, den Mund umso voller, schimpfend wie die Rohrspatzen:„Ich will zur Schmoller!Hier gibt´s kein Fußball,hier ist alles nur mies.Dort der Himmel auf Erden, das restlose Paradies!“

Die Klagen taten oft weh, besonders der Horn, die ja selbst von der Schmoller.Die Beschwerden rissen nie ab, mal berechtigt, mal wurden sie leiser, mal doller.

Doch zurück zum Anfang! Start mit Begrüßungscafe.Bei Kaffee und Kuchen erste Kontakte versuchen.

Mit Kornmann und Engel´s Zungen VBRW, ihr lerntet das Buchen, das Wirtschafts-ABC.

Die Religionswahl ging hin und ging her. Und war nicht immer erbaulich.Gewissensgründe und die Wege des Herren sind manchmal ein Rätsel und manchmal auch recht schwer verdaulich.

Im November die Messe in Stuttgart,die mit den Büchern, Frau Franke ehemals Damm hoffte eure Leselust damit in trockenen Tüchern.

Frau Korn, damals noch Besser, brachte euch gar auf die Bühne in künstlerisch-darstellende Gewässer.

Nathan der Weise war auserkoren, die Begeisterung groß, die Theater AG geboren!

Mit Power und Herz in Chemie und Biologie. Ich glaube ihr mochtet eure Frau Dietz, denn keine ist wie sie! Nach Mannheim zum Einstein, der gilt ja als fahrig. So aber nicht euer Physiklehrer. Bei dem war es einfach nur „ha(a)rrig“.

Das erste Zeugnis kam und verblüffte uns alle.Welch traumhafte Noten!„Frau Horn, mir sin einfach gut,

deß ßie doß net schnalle!“

Ja ihr wart gut, vor allem beim Feiern beim Lernen nicht ganz so.Da war´s dann mehr ein Herumeiern.

Auch bei der Anwesenheit - da kann man nichts machen -hatten manche es schwer mit Kopfweh und ähnlichen tragischen Sachen.

Wir gingen zu Audi, Radio Ton und King Lear.Auch Christmas Carol war sehenswert.Wer nicht dabei war, kann´s einmal im Jahr nachholen – ich rate es dir.

Das erste Jahr schon fast vorbei, doch Kurswahl läuft nicht nebenbei.Frau Geers stand dazu stets bereit

mit viel Einsatz und Liebe, mit Geduld und viel Zeit.

In Mathe hatte sie´s schwerer mit ihrem Sack Flöhe. Doch Frau Maigarths Schüler waren mindestens ebenso wenig auf mathematischer Höhe. Mathe, das Angstfach, der Schreck und das Grauen.

So manch eine Arbeit wurde kräftig verhauen.

Es gab eine Stunde mehr, im Zeichen der Knappheit ein Geschenk der Schule. Doch Geschenke wie diese rissen euch irgendwie leider gar nicht so vom Stuhle.

Erholung in Straßbourg oder – so beschloss es Patty mit seiner B – mit Eppler beim Kanufahren,

„Frau Horn, des Wätter isch doch so schee!“

Doch just an dem Tag, da brach sie herein, die Rache der Götter, es war ziemlich gemein.Erst Sonne, dann Wind, dann thunder and storm! Ich fragte mich ängstlich, kommt ihr noch? Oder geht ihr mir jetzt alle verlor(e)n? Statt 2 Stunden fast 6 hat der Spaß dann gedauert. Ich bin fast gestorben, doch dann kamt ihr zurück. Stolz, verheult und verhungert und komplett ausgepowert! In 12 wurde es ernst, jetzt zählt jeder Punkt. Doch wart ihr Gott sei Dank noch immer der Meinung, vor allem Lachen ist für euch gesund. Ihr wart nun schon weniger, es gab manchen Schwund. Doch dafür fandet ihr neue 11e. Die hattet ihr nun im Bund.

Ihr hießt sie als Gastgeber willkommen. Oben im Cafe. Durch euch fühlten sie sich freundlich aufgenommen, durch euch, meine lieben allerersten A und B!

Der Alltag kam schnell in neuem Gewand. Wirtschaftsgeographie und Seminarkurs - bis dahin noch unbekannt.

Frau Haas tanzte mit euch im Fach Sport. Dafür gab es gute Noten, doch intern auch viel Hiebe

und viel Kummer vor Ort.

Auch Herr Spengler machte es vor, nicht nur begnadete Tänzer, nein, auch begabte Künstler brachte die Schule hervor! Doch in einigen Ausstellungen war es zu beäugen, Kunst machte euch Spaß! Davon konnten eure Bilder wirklich zeugen.

Im Oktober rollte er dann los: Der Bus nach Skanderbourg, ich muss es mal sagen, es war mit euch einfach grandios! 14 von der A, von der B gerade mal 8, die anderen hatten zu lange gezögert oder zuviel über contras nachgedacht. Wir bestaunten die Schule, das lockere Leben, ihr lerntet ganz ordentlich Englisch, einfach so kurz mal eben. Bei der Abfahrt sagte mir Lone leise, keine Gruppe hat sich je so benommen, mit soviel Anstand und auf so nette Weise.

Kaum heimgekehrt stand sie schon fest im Raum. Die Planung der Studienfahrt, ein italienischer Traum.

Der, so hoffte ich, endlich schaffte, was anderthalb Jahre Unterricht Seite an Seite nicht wirklich vollbrachte. Die A und die B, ein Phänomen, beide so nett, doch sie konnten sich gegenseitig nicht verstehen. „Die einen sind doof!“ „Die anderen stören!“ Ich hoffte nach der Studienfahrt würden wir all dies nicht mehr hören.

Doch schon das Ziel war Kampf pur. Die einen beharrten, auch die anderen stur. „Wir wollen getrennt gehen, jeder für sich!“ Doch dies, meine Lieben, ging mir einfach zu sehr gegen den pädagogischen Strich.

Doch erstmal der Alltag, es gab viel zu tun! Herr Caletti mit seinem Temperament ließ euch nicht wirklich ausruhen! Silenzio! donnerte es über den Flur. Bei Frau Rügner Puchta ging´s leiser zu,

gelegentlich Kichern nur.

Informationen zur Uni, FH und BA stürmten nun auf euch ein denn die Entscheidungsphase kam langsam nah. Wie wird es weitergehen, was ist richtig für mich? Studenten erklärten und halfen euch

und ließen euch mit keinerlei Fragen im Stich.

Im März dann die Dänen, abends trinkfest, morgens gähnen.

Doch dann war sie da, es ging auf Studienfahrt, hipp hipp und hurra! 20 Stunden dem Golf entgegen,

dort Hitze pur, in Deutschland nur Regen. Hit Nr. 1 war „Griechischer Wein“, wir hörten ihn öfters, ein Hoch auf den Gesangsverein! Bei Ankunft, oh Graus, wie sehen die Hütten denn aus? „Frau Horn, das geht nicht, das kann so nicht sein!!!“ Erst nach vier Stunden war auch ich dann mal allein.

Wir sahen Amalfi, Sorrento bei Nacht, endlose Schönheit, welch südliche Pracht! Nach Pompeji der Vesuv, 45 Grad, bis an die Spitze, euch blieb aber auch gar nichts erspart Mit Schmauder und Utz ging es stramm voraus, die Horn kroch hinterher – und fiel beinah aus! Essen tat Eddy – für andere gleich mit. Ich glaub 8 Teller Nudeln waren Rekord, sein persönlicher Hit. Spannend die Abende, gestylt euch zu sehen, High Heels bis zum Mond, wie konntet ihr da nur drauf gehen? Alles in allem, gar keine Frage,

glückliche Minen, es waren wunderschöne Tage!

Doch wenn Pioniere gehen, dann war nicht alles nur leicht, manch eine Schwierigkeit ist einzugestehen,

die Wellen blieben nicht immer nur seicht.

Es gab kranke Lehrer und drei waren schwanger, Der Ausfall machte mir Sorgen, mir wurde bang und banger. Frau Schuster, Frau Schepers, Herr Leithold, die sprangen da ein, ohne viel Worte, kompetent und verlässlich und all dies für sie noch obendrein.

Auch der ersehnte WG-Raum blieb für euch Illusion. Eure Nachfolger haben es besser, er winkt nämlich schon.

Frau Eckstein rutschte aus, dafür rutschte ich rein. Direkt in die 13A, es war schön, einmal bei euch zu sein.

Noch einmal schnell Weihnachtsmarkt, noch einmal Kultur, wir waren bei den Räubern über die hängenden Leichen dort lachtet ihr nur!

Doch es half alles nichts, jetzt stand er an, der Blick auf den Endspurt. Leute, jetzt aber ran!!

Das Lernen bekam nun großen Gewicht, ich brauchte jetzt viel Schokolade, denn auch mir stand die Angst jetzt im Gesicht.

Die Tage der Wahrheit, Start dritter April, jetzt half nur noch beten und last-minute-Drill.

Abi vorbei, heute sitzen wir hier. Ich bin sagenhaft stolz auf euch, bitte glaubt es mir.

Wenn Pioniere gehen - das ist jedem klar – wirds für alle Nachfolger leichter sein als es für die Ersten war. Das ist nicht gerecht, das ist nicht ganz fair, doch Pionier heißt auch stark werden, so stark wie ein Bär.

Pioniere sind Vorkämpfer, haben vieles gestaltet, Wir nahmen euch sehr ernst, haben euch nicht nur verwaltet. Ich fing mit euch an und bleibe nun zurück, werd´ noch oft an euch denken, meine lieben Pioniere, alles Gute, viel Spaß heute Abend und für eure Zukunft von ganzem Herzen viel Glück!

Kerstin Horn (Abteilungsleiterin WG)