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Wirtschaftsgymnasium

Studienfahrt Golf von Neapel im Schuljahr 06/07

Abfahrt war ca. 18 Uhr am Hauptbahnhof Heilbronn, wobei "circa" eine komplett neue Bedeutung bekam. Treffpunkt war um 17.30 Uhr bei natürlich schlechtem Wetter am nicht überdachten Busbahnhof. Doch zu unserem Glück traf der Bus schon gegen 19 Uhr ein, weshalb wir und unser Gepäck kaum nass wurden. So weit so gut, die Koffer wurden verstaut, danach die Schüler, was sogar ohne grössere Verletzungen und Rangeleien um die Plätze vonstatten ging und, als auch die Lehrer ihre Plätze eingenommen hatten, ging es los. Die Stimmung war bombastisch und wurde durch erstklassige Gesangseinlagen von grösstenteils männlichen Schülern noch weiter angeheizt. Mit vorrückender Uhrzeit wurde es jedoch zunehmend ruhiger und irgendwann schlief dann auch so ziemlich der ganze Bus.

 

Spaziergang nach Sorrent
Spaziergang nach Sorrent

Gegen 16 Uhr kamen wir - nach einer größeren Supermarkt-Einkaufsaktion - am Samstag bei ca. 30° C in Villaggio Santa Fortunata in Sorrent an, wo wir die nächsten Tage in einer Bungalowanlage, etwas ausserhalb von Sorrent, verbrachten. Wir holten unsere Koffer, schnappten unsere Bungalowschlüssel und nach einigen etwas mehr oder weniger umständlichen Tauschaktionen, bezogen wir dann alle unsere Häuser. Nach kleineren und auch etwas grösseren Wutausbrüchen über die recht einfachen und teilweise ungemütlichen Bungalows, schaffte es dann doch jeder sich innerhalb weniger Stunden mit den Häusern zu arrangieren bzw. sich soweit abzufinden, dass er von jeglichen Gewaltabsichten gegen die Organisatoren dieser Fahrt absehen konnte. Gegen Abend trafen wir uns dann wieder zu einem kleinen Spaziergang nach Sorrent, um dort gemeinsam zu Abend zu essen. Da sich unsere Anlage ein gutes Stück über dem Meeresspiegel befand, stellte sich unsere kleine Wanderung den Berg hinunter, an der Hauptstrasse entlang, als recht gefährliches Unterfangen heraus, was jeder, der Italien und die Fahrgewohnheiten der Landsleute kennt, sicher verstehen wird. Wir schafften es jedoch alle unbeschadet, schlenderten noch eine Weile durch die schöne Innenstadt, aßen eine Kleinigkeit und kehrten dann alle nach und nach in unsere Anlage zurück, um die erste Nacht im schönen Italien zu verbringen.

 

Halbinsel Sorrent
Halbinsel Sorrent

Glücklicherweise startete der Sonntag dann verhältnismässig spät. Gegen 9.30 Uhr fuhren wir mit dem Bus in die Stadt um dort unseren Stadtführer Pepé einzusammeln, der uns zuerst auf einer Rundfahrt auf der Halbinsel Sorrent mit Informationen versorgte und dann gegen Mittag noch ein wenig durch die Innenstadt schleifte, um unsere Allgemein-bildung, Italien betreffend, zu fördern.

 

Führung in Sorrent
Führung in Sorrent

Gegen 18 Uhr kamen wir zurück zu unseren heissgeliebten Bungalows, wo uns der Abend zur freien Verfügung stand. Diese Freizeit füllten wir damit, ans Meer oder an den Pool zu gehen, gemeinsam zu kochen oder einfach nur gemütlich beisammen zu sitzen, unseren Alkoholpegel nicht all zu weit absinken zu lassen und uns über die hochsommerlichen Temperaturen und den strahlenden Sonnenschein zu freuen, was uns auch die restlichen Tage erhalten bleiben sollte.

 

Am Strand
Am Strand

Der Montag gestaltete sich dann jedoch etwas langweilig und ereignislos, was bestimmt daran lag, dass wir morgens zu einer Rundfahrt entlang der zwar wirklich einmalig schönen, aber auch sehr langen(!) Amalfiküste aufbrachen. So sehr wir uns am Anfang auch freuten eine gemütliche Tour im klimatisierten Bus machen zu können, so sehr wurden wir zunehmend gereizter, als eine Stunde Fahrt der anderen folgte. Nach ca. sechs Stunden war es dann kaum noch möglich, die Schüler davon abzuhalten den Bus zu kentern, das Kommando an sich zu reißen und sich aus dem Bus, die hohen Klippen hinunter ins kühle Meer, zu stürzen, was nicht unbedingt zur Erhaltung des allgemeinen Wohlbefindens beigetragen hätte. Der Busfahrer versuchte zwar, unsere Meeressehnsucht zu stillen, doch der Kampf mit abenteuerlich engen und steilen Gassen und verwegenen Ausweichmanövern musste irgendwann aufgegeben werden. Doch wir überstanden auch diesen Tag und der Abend war, wie alle anderen Abende, die noch folgten, frei.

 

kurvige Amalfifahrt
kurvige Amalfifahrt

Am Dienstag brachen wir gegen 8.30 Uhr nach Neapel auf, wo wir uns auf einer geführten Busrundfahrt recht wenig für die Geschichte Neapels interessierten, sondern unsere Reiseführerin, die im übrigen wirklich sehr nett war, mit Fragen zum Regime der Mafia in Neapel löcherten. Denn: was gibt es wichtigeres für angehende Abiturienten, als zu erfahren, wie man am schnellsten und besten zum Mafiaboss a la Al Capone wird?! Nach der Rundfahrt machten wir noch einen kleinen Rundgang durch die Altstadt, erforschten Neapels Seitengässchen und hatten danach noch ein wenig Zeit auf eigene Faust zu erkunden und zu durchstöbern. Gegen 18 Uhr fuhren wir wieder zurück und verbrachten den Abend so wie es uns beliebte.

 

Pompeji
In Pompeji

Mittwoch, 8.30 Uhr, Abfahrt nach Pompeji. Gegen 10 Uhr trafen wir unseren Stadtführer Pepé zu einer archäologischen Führung wieder, die uns durch die alte, ehemals durch einen Vulkanausbruch verschüttete Stadt führte. Nachdem wir uns zwei bis drei Stunden bei ungefähr 35°C im Schatten durch Pompeji gequält hatten, ging es nach einer kleinen Ruhepause bei gemeinsamen Mittagessen im Schatten weiter zum Krater des Vesuvs. Der Aufstieg zum Herzen des nunmehr wieder aktiven Vulkans war wegen der Hitze (inzwischen 45°C!) und des steilen, steinig-sandigen Weges nicht ganz leicht zu bewältigen, doch erst einmal völlig am Ende aber stolz oben angekommen, wurde man durch den tollen Ausblick mehr als belohnt. Wie jeden Abend kehrten wir gegen 18 Uhr zurück und gestalteten den Abend ganz nach unseren Wünschen.

 

Echo im Vesuv
Echo im Vesuv

Der Donnerstag war unser Erholungstag. Er begann um 8.30 Uhr mit einer Bootstour Richtung Capri, eine wunderschöne Insel Italiens. Dort hatten wir fünf Stunden Aufenthalt, die wir nach einem kleinen gemeinsamen Spaziergang hauptsächlich am Strand oder im Meer bei ca. 45°C verbrachten, was vielen zu einer wunderschön leuchtenden, knallroten Farbe verhalf. Am späten Nachmittag fuhren wir nach einer kleinen Rundfahrt um Capri wieder mit dem Boot zurück und gegen 18 Uhr trafen wir in der Anlage ein, wo wir schon einmal unsere Koffer packten und den Abend gemütlich bei einem gemeinsamen Essen ausklingen ließen.

 

Capri
Capri

 

Am Freitag ging es dann gegen 10 Uhr Richtung Heimat. Wir machten jedoch am Nachmittag noch einen kleinen Zwischenstopp an einem See in der Toskana, um uns noch ein wenig die Zeit zu vertreiben, da es unseren Eltern und Freunden nur schwer zuzumuten war uns mitten in der Nacht am Heilbronner Hauptbahnhof abzuholen. Die restliche Rückfahrt verlief wie die Hinfahrt ohne grössere Zwischenfälle, wenn man von einem nächtlichen Stopp wegen Übelkeit in einer Haltebucht mitten auf der Autobahn absieht. Am Samstag den 23.06.2007 trafen wir gegen 10.30 Uhr wohlbehalten in Heilbronn ein, wo wir von unseren Familien und Freunden schon sehnsüchtig erwartet wurden.

 

Gruppenbild
Gruppenbild

Alles in allem war unsere Studienfahrt nach Italien ein sehr gelungenes Erlebnis. Selbst die ständigen Kleinkriege zwischen unseren Klassen waren so gut wie vergessen und kamen kaum noch vor. Im Gegenteil, zum ersten Mal hielten wir so einigermaßen zusammen und verbrachten auch den ein oder anderen Abend gemeinsam, was zu vielen amüsanten Ereignissen führte, da man sich ja erst jetzt wirklich kennen lernte. Wir haben lange überlegt, einiges davon hier zum Besten zu geben, wie zum Beispiel Saschas Zeckenerlebnis oder Raphas Kampf mit dem Wort Skisaison. Doch dann haben wir beschlossen es nicht zu tun, da es nicht unbedingt zur Erhaltung unseres guten Images beitragen würde.… : Aber jeder, der schon einmal in einem Schullandheim dabei war, wird wissen wovon wir reden! An dieser Stelle möchten wir uns dann noch bei unseren Lehrern Frau Horn, Frau Utz und Herrn Schmauder für ihre grenzenlose Geduld bedanken! Es war wirklich eine tolle Woche!

Autoren: Jennifer Langner & Viktoria Jesser, WG12B